Mittwoch, 26. September 2007

Landskrona

So, heute hatten wir Klassenfahrt :)
Soll heißen, der ganze Genetikkurs (15 Studenten) hat einen Ausflug in eine Pflanzenzuchtfirma ("Hilleshög") nach Landskrona gemacht. Der Prof hatte zwei Minibusse gemietet, einen davon musste ein Student fahren (könnt ihr euch das in Deutschland vorstellen?!). Und dann gings eben in diesen Betrieb, wo wir uns zwei Vorträge angehört haben, die zumindest teilweise interessant waren. Einer der Vortragenden war allerdings Franzose, was man auch gehört hat, und das war ein bisschen anstrengend beim zuhören, da sein Englisch auch nicht sooo toll war, nicht direkt schlecht, aber lange nicht so perfekt wie das der Schweden ;)
Die Firma macht eigentlich nichts anderes, als Samen für Zuckerrüben herzustellen. Sie entwickeln eben immer neue Sorten mit höherem Zuckergehalt, größeren Rüben und mehr Resistenzen, alles durch traditionelle Kreuzung übrigens.
Danach gabs eine Führung durch das Gelände, die Gewächshäuser und das Labor. Ich fands jedenfalls interessant, also was das Arbeiten da an sich angeht. Da saß zum Beispiel eine Frau, die damit beschäftigt war, die winzigen Staubblätter an den Blüten einer Pflanze mit einer Pinzette zu entfernen, damit sich die Pflanze nicht selbst befruchtet und somit besser und sicherer gekreuzt werden kann. Totale Friemelarbeit!

Für die Biochemiker:
Die müssen da mit Hilfe von Markern überprüfen, ob eine Pflanze ein Gen enthält oder nicht. Sie machen das aber nicht mit einer der Methoden wo man zur Auswertung ein Gel braucht (RFLP, AFLP oder ähnliches) sondern mit einer Methode namens TaqMan. Wen es interessiert (is wirklich nicht viel Text):
Wiki-Eintrag

Ich kannte die Methode noch nicht, aber vielleicht hab ich auch nur wieder in BC geschlafen ;)
Man kann damit jedenfalls allein an der Fluoreszenz einer Probe nach der PCR erkennen, ob das entsprechende Allel enthalten ist (oder nicht oder nur im heterozygoten Zustand), ohne Gel....und das wird auch noch maschinell ausgelesen. Fand das jedenfalls echt effektiv :)

Danach haben wir sogar noch was warmes zu essen bekommen (Kohlrouladen mit Kartoffeln und Salat...war ziemlich lecker).
An dieser Stelle mal eine Anmerkung zu den Schweden, weil es mir wieder mal aufgefallen ist:
Die sind irgendwie alle ein bisschen kontaktscheuer/eigenbrötlerischer als in Deutschland. Es saßen da in der Gaststätte z.B. ein Teil an dem einen, wieder zwei Studenten an dem andern, und wieder ein paar an einem dritten Tisch, obwohl sie sich auch hätten zusammensetzen können. In der Vorlesung ist das ähnlich. Da sitzen auch Leute alleine an einem Tisch (sind so normale Schulbänke) anstatt sich nebeneinander zu setzen. Oder sie lassen z.B. einen Platz zum nächsten frei ....
Mehr als zwei sitzen jedenfalls selten nebeneinander (außer wir Ausländer :P)
Sie sind halt alle echt höflich und nett (hab noch keinen wirklich unhöflichen Schweden erlebt) aber auch sehr zurückgezogen. Das ist ein bisschen schade, weil man wenig mit ihnen in Kontakt kommt.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Salut Miri!

Mit den Fremdsprachenkenntnissen der Franzosen hast du voll ins Schwarze getroffen. Hier gibts selbst selbst Dozenten, die mit einem arg französischen Akzent sprechen, aber Fremdsprachen unterrichten.

Letztens hatten wir wieder eine Kostprobe französischer Verstümmelung eines Namens...die Dozentin, die als Studentin über ERASMUS in Deutschland war, hat allen Ernstes "Faust" "Fohst" ausgesprochen...und "Bach" ist hier "Bak"...schlimm.

Gut, dann dir noch ne tolle Restwoche und hoffentlich tauen die Schweden bald auf!

Beste Grüße aus Lille,
je t'embrasse,
Matze